
Sonntag, 2. Mai 2010
Alles Schrottreaktoren?

Freitag, 30. April 2010
Eine Wortmeldung
Sehr geehrter Herr Villis,
meine Damen und Herren.
Ich werde die mir zugewiesene Redezeit garantiert nicht überschreiten,
denn ich habe nur einen Vorschlag zu machen;
eigentlich ist es nur eine kleine Bitte
die ich aussprechen möchte.
Aber bevor ich das tue,
gestatten Sie mir eine allgemeine Bemerkung:
ich habe schon viele Aktionärsversammlungen in diesem Saal erlebt;
die heutige Hauptversammlung hebt sich sehr vorteilhaft von früheren,
insbesondere jenen unter der Leitung des ehemaligen Chefs Utz Claassen ab.
Heute wurden wirklich seriöse Informationen geboten;
die Emotionen und das Show-Gehabe früherer Jahre blieb aus.
Das ist sicherlich vorallem Ihnen zu verdanken,
sehr geehrter Herr Villis. Weiter so!
Nun komme ich zu meiner Bitte.
Sie lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen:
"Tragen Sie, lieber Herr Villis, doch dazu bei,
unseren armen KSC finanziell zu retten."
Dem Karlsruher Sport Club geht es schlecht bis miserabel,
jeder in diesem Raum weiss das.
Er wurde in dieser Saison zu oft besiegt
und "vae victis" hiess es schon bei den alten Römern.
Aber bei Vorstellung der Bilanzzahlen
- fast zwei Milliarden Gewinn -
ist doch zu vermuten,
dass es der mächtigen EnBW
(mit Hauptsitz in der Stadt Karlsruhe)
möglich sein sollte,
ein Promotionsthema zu finden
- vielleicht im Bereich der Trikotwerbung -
das dem KSC nützt
und uns Aktionären nicht schadet.
Vielen Dank bereits im Voraus,
sehr geehrter Herr Villis,
und wenn Sie bei diesem Thema Beratung brauchen,
so wenden Sie sich doch vertrauensvoll an den Aufsichtsratschef des früheren Badenwerks,
Herrn Mayer-Vorfelder, alias Mayer-Vorstopper.
Er sitzt unweit von Ihnen im Publikum.
Sonntag, 18. April 2010
Dr. Traubes gesammeltes Schweigen.
Sonntag, 4. April 2010
Finanzprobleme bei FAIR
Sonntag, 28. März 2010
Utz Claassen macht den Oskar
Danach verbrachte Claassen eine geraume Zeit in den USA, wo er für einen Finanzdienstleister mit dem aufschlussreichen Namen "Cerberus" arbeitete. Sein Status bei dieser "Heuschrecke" blieb weitgehend geheim, weswegen es zu mehreren Prozessen mit seinem früheren Arbeitgeber EnBW kam, die bis zum Bundesgerichtshof führten. Zwischendurch liess sich Claassen unter dem Label "UC Utz Claassen" Markenrechte für diverse Produkte eintragen, darunter Uhren, Schmuck, Klebstoff - und Pferdepeitschen.
Ende vergangenen Jahres überraschte Utz die Öffentlichkeit mit der Ankündigung, dass er ab 1. Januar 2010 die Position des Vorstandsvorsitzenden bei der Erlanger Firma Solar Millenium AG (SM-AG) einnehmen werde, bei einem Unternehmen, das sich der Nutzung der Sonnenenergie verschrieben hat. Das tat er denn auch - aber schon nach zweieinhalb Monaten war Schluss. Claassen schickte Mitte März ein Fax an seinen Aufsichtsratsvorsitzenden und teilte ihm den sofortigen Austritt aus der Firma mit. Den Dienstwagen und die Firmenkreditkarte liess er per Kurier nach Erlangen bringen. Wow!
Mit dieser Entscheidung war Claassen ein ähnlicher Coup gelungen wie vor Jahren Oskar Lafontaine, der im März 1999 Knall auf Fall den Posten des Bundesfinanzministers hinschmiss. Und wie bei Oskar rätselt man auch bei Utz über die Gründe, wobei bisher nur bekannt ist, dass Claassen sich auf eine Ausstiegsklausel in seinem Anstellungsvertrag berufen konnte, also zumindest formell das Recht zur Kündigung hatte.

In Wirtschaftskreisen war man von Anfang an verwundert, dass sich Claassen als ehemaliger Konzernlenker mit der Firma Solar Millenium einliess, die man allenfalls als "mittelständisch" bezeichnen kann (um das Wort "Klitsche" zu vermeiden). Nach eigenen Angaben beschäftigte SM-AG im Jahr 2008 lediglich 103 Mitarbeiter und erzielte bei einem Umsatz von 12,3 Millionen Euro den bescheidenen Gewinn von 300.000 Euro. Kein Vergleich mit EnBW, die im gleichen Jahr mit 20.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 16.3 Milliarden und einen Gewinn von 2 Milliarden machten.
Das Geschäftsmodell der SM-AG ist die Planung, der Bau und der Betrieb von Solarkraftwerken im südspanischen Andalusien. Die Technologie beruht auf parabelförmig gekrümmten Spiegeln, welche die einfallenden Sonnenstrahlen bündeln und damit ölgefüllte Linearkollektoren erhitzen. Die so gewonnene Wärme wird in einer Dampfturbine zur Stromerzeugung genutzt. Da Solar Millenium die notwendigen Investitionen aus eigener Kraft nicht stemmen kann, offeriert es im Rahmen geschlossener Fonds Aktien und stellt eine Rendite von 8 % (!) in Aussicht. Vom spanischen Staat wird über eine Art Energieeinspeisegesetz die Abnahme des Stroms und seine Subvention erwartet. SM-AG ist also ein sogenanntes "start-up-Unternehmen", bei dem es zum Geschäftsmodell gehört, dass die Projekte weit grösser sind als das Unternehmen selbst. Dementsprechend volatil ist der Aktienkurs; beim Abgang von Claassen fiel er von 44 auf 21. Im nächsten Jahr will Solar Millenium satte 350 Millionen Euro an Publikumsgeldern einsammeln, was nicht leicht sein dürfte.


An der Börse wird gemunkelt, dass Claassen erst beim Blick in die Geschäftsbücher die Risiken dieser Firma voll bewusst wurden. Wenn er die Schädigung seines Rufs durch einen schnellen Rücktritt in Kauf nahm, so kann das eigentlich nur bedeuten, dass er darum fürchtete, seinem Ruf noch mehr zu schaden, wenn er bei Solar Millenium geblieben wäre. Hinzu kommt, dass die "Wirtschaftswoche" seit einiger Zeit über "Unregelmässigkeiten bei der Bilanzierung" berichtet und dem Unternehmen "kreative Buchführung" unterstellt. Auch diese Medienberichte führten zu Dellen im Aktienkurs und verschreckten die Anleger.
Nun, Utz braucht das nicht mehr zu kümmern. Bei den oben genannten Prozessen und dem anschliessenden Vergleich mit der EnBW hat er von seinem früheren Arbeitgeber eine Abfindung von 2.5 Millionen Euro herausgeholt.
Damit lässt sich im heimatlichen Hannover eine Zeitlang gut leben.
Sonntag, 21. März 2010
Geschichten um Maier-Leibnitz



Sonntag, 7. März 2010
Der zweite Mößbauer-Effekt
Schliesslich war es Doktorvater Heinz Maier-Leibnitz, der seinen Schüler Mößbauer zur Rückkehr an die TH München überreden konnte. Aber dieser stellte Bedingungen und die waren happig. Erstens: in der Physikfakultät ist die Trennung in experimentelle, technische und theoretische Physik aufzuheben; stattdessen soll ein Department für Physik eingerichtet werden. Zweitens: alle Professoren dieses Departments sind gleichberechtigt; sie wählen aus ihrem Kreis für die anfallenden Tagesgeschäfte einen Drei-Mann-Vorstand, der im Turnus wechselt. Drittens: die Last des Anfängerkollegs, bisher allein vom Chef der experimentellen Physik gehalten, wird demokratisch verteilt; jedes Jahr weiht ein anderer Department-Professor die Anfangssemester in die Grundlagen der Physik ein. Viertens: Hilfseinrichtungen, wie Werkstätten, Bilbliotheken, Materialausgabe, aber auch der Kernreaktor FRM stehen allen zur Verfügung und werden zentral verwaltet. Fünftens: gewissermassen um "Butter bei die Fische zu geben" verlangte Mößbauer kühn die Einrichtung von 16 (statt bisher 7) Professorenstellen sowie 234 Planstellen für Assistenten und Hilfskräfte. Sechstens: Mößbauer erklärte sich bereit einen Lehrstuhl in Experimentalphysik zu übernehmen; er bedingte sich jedoch aus, jedes Jahr drei Monate in den USA arbeiten zu dürfen, um den Kontakt mit der amerikanischen Wissenschaft nicht zu verlieren.








