Sonntag, 18. November 2012

Dr. Helmut Schmieder †

Liebe Angehörige,
verehrte Trauergemeinde.

Helmut Schmieder gehörte zu unserem Freundeskreis auf der Insel Rott. Regelmässig konnte man ihn am Donnerstag mittag inmitten seiner Freunde dort antreffen. Er war einer der Mitbegründer dieses Kreises; er hielt ihn zusammen, mit der Kraft seiner Persönlichkeit.

In Rott werden seit jeher Dinge besprochen, die sich im 20 Kilometer entfernten Kernforschungszentrum ereignen. Als Ruheständler hat man den zeitlichen Abstand und die Gelassenheit um Vorfälle und Forschungsprogramme des FZK einzuordnen - sine ira et studio.

Bemerkenswert an Helmut war seine starke Bindung an das Institut für Heisse Chemie. Zu den Institutsleitern Baumgärtner, Ebert und Dinjus pflegte er vertrauensvolle Kontakte; für Franz Baumgärtner schien er das alter ego zu sein. Die Mitglieder und Kollegen des Instituts konnten sich in allen fachlichen, aber auch persönlichen, Fragen an Helmut wenden. Er war ihnen stets ein hilfsbereiter Kollege und Freund.
Dr. Helmut Schmieder (1935 - 2012)

Aus meiner Zeit als Projektleiter für den Schnellen Brüter weiss ich, dass Helmut technische und terminliche  Abmachungen punktgenau einhielt - auch wenn es ihm gelegentlich schwerfallen mochte. Wegen dieser Verlässlichkeit stand er auch bei Industriefirmen wie der DWK, der KEWA oder der Firma Alkem in Hanau, in grossem Ansehen. Bei internationalen Konferenzen konnte man beobachten, wie sich prominente Fachkollegen aus Russland, Japan und den USA um Helmut scharten, um seinen fachlichen Rat zu teilen.

Als Ruheständler auf der Insel Rott mussten wir miterleben, wie unsere jahrelangen Bemühungen um die von uns favorisierte Energietechnik durch politische Entscheidungen zunichte gemacht wurden. Helmut stemmte sich dagegen, unter anderem durch eine Vielzahl öffentlicher Vorträge, bei denen sein umfassendes Wissen auf dem Gebiet der Kernenergie zum Ausdruck kam.

Die allwöchentlichen Treffen auf Rott erlauben uns, bei entspannten Gesprächen zur Mittagsstunde, die vielfältigen Ereignisse im eigenen, abgelaufenen Berufsleben neu zu sortieren und einzuordnen. Bei mancher Wegmarke hatten wir die Möglichkeit so oder anders abzubiegen; aber viele Entscheidungen wurden uns von aussen, gewissermassen vom Schicksal, unabweisbar aufgeprägt. Helmut hat dies in seinem eigenen Fachgebiet - Stichwort Wiederaufarbeitung - zur Genüge erfahren müssen.


Letzter Gruss

Dann kam die Krankheit. Sie traf Helmut mit Wucht und hat ihn von Anbeginn sichtbar gehandicappt. Seinen geliebten Tennissport musste er von heute auf morgen aufgeben; schifahren, worin er ein Meister gewesen, war nicht mehr möglich. Bei unseren Besuchen in seiner Wohnung mussten wir mitansehen, wie sich sein körperlicher Zustand von mal zu mal verschlimmerte. Der Tod kam ihm schliesslich als Freund.

Wir werden die Erinnerung an Dich, lieber Helmut, in unserem Herzen bewahren.

(Willy Marth)

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