Sonntag, 12. Februar 2017

Die Mondlandung - ein "Fake"?

Wer glaubt, dass unsere Gegenwart von Realität und Tatsachen geprägt ist, der irrt. Wie sonst hätte die Duden-Gesellschaft das Wort "postfaktisch" zum Wort des Jahres 2016 wählen können? Womit (nach Merkel) zum Ausdruck kommt, dass sich die Menschen derzeit weniger an den "Fakten" als an ihren "Gefühlen" orientieren. Noch einen Schritt weiter ging Kelly Conway, die Beraterin des amerikanischen Präsidenten, welche in Verbindung mit der Einreise von Muslimen bei einer faustdicken Lüge ertappt wurde und daraufhin ihr Statement keck in "alternatives Faktum" umtaufte.

Im Bereich der Substantive hat Donald Trump den Begriff "Fake" oder "Fake News" in die Wörterbücher gebracht, worunter man jede Art von Schwindel bis hin zur dreisten "Lüge" subsummieren kann - einschließlich mancher seiner nächtlichen Twitterbotschaften. Früher waren solche Falschnachrichten unter (dem Zauberspruch) "Hokuspokus" eingeordnet, ein altes Wort, das die Amerikaner zu "Hoax" verkürzt haben. Inzwischen werden auch historisch verbürgte Ereignisse dem Fake-Bereich zugeordnet. Zum Beispiel die erste Mondlandung am 21. Juli 1969 sowie die fünf folgenden bis 1972.

Der Moon Fake

Es war in den achziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als (vornehmlich in den USA) die ersten Zweifel an der Echtheit der Mondlandungen aufkamen. Die NASA hatte, vor allem aus Geldgründen, die Reisen zum Mond aufgegeben und für eine Unternehmung zum Mars lagen die technischen Hürden noch viel zu hoch. Ein ehemaliger Mitarbeiter der südkalifornischen Raketenfirma "Rocketdyne Research", Bill Kaysing, der von 1956 bis 1963 für die technischen Publikationen dieses NASA-Zulieferanten verantwortlich war, säte die ersten Zweifel.

Ihm fiel auf, dass die US-Flagge auf dem Mond eine Zeitlang hin und her wehte, obwohl es dort doch keinen Wind geben soll. Außerdem wunderte er sich öffentlich, dass auf den NASA-Photos der Mondhimmel pechschwarz war und man keine Sterne sehen konnte - obwohl es auf dem Mond keine "Lichtverschmutzung" wie auf der Erde geben konnte. Die Experten der NASA reagierten postwendend und erklärten das Fahnenproblem, indem sie darauf verwiesen, dass der Flaggenstock von Astronaut Neil Armstrong in die Mondoberfläche gerammt werden musste, wodurch die Fahne (ähnlich wie ein Pendel) noch eine Zeitlang hin und her schwang. Die fehlenden Sterne am Mondhimmel erläuterten sie damit, dass Verschlusszeit und Blende der benutzten Hasselbladkamera so klein waren, dass die Dynamik des Films nicht ausreichte, um die schwachen Sternbilder in eine Filmschwärzung umzusetzen.



Astronaut Neil Armstrong mit Mondfähre und Flagge

Aber das war nur der Anfang, die ersten Zweifel waren gesät. Die NASA glaubte damals noch, diese Diskussionen dadurch beenden zu können, indem sie den renommierten Raumfahrthistoriker James Oberg damit beauftragte (für 15.000 Dollar) ein Buch zu schreiben, welches beweisen sollte, dass die Astronauten doch auf dem Mond gelandet waren. Die Diskussion jedoch ging weiter, insbesondere als der amerikanische Fernsehsender "Fox News Networks" im Februar 2001 die Sendung "Did we really land on the moon"? ausstrahlte, welche im gleichen Jahr von "Spiegel TV" übernommen wurde. Hier wurde erstmals der Verdacht ausgesprochen, dass die sogenannten Mondlandungen in Filmstudios gedreht worden waren, die Funksprüche von bestochenen Amateurfunkern kamen und allen Beteiligten von der NASA ein Schweigegebot auferlegt worden war.

Bei Meinungsumfragen in den USA waren bereits im Jahr 2002 volle 36 Prozent der Befragten der festen Überzeugung, dass die NASA die Mondlandungen "gefaked" habe. Die Raumfahrtbehörde war darob so erschüttert, dass sie den Buchauftrag an Oberg zurückzog. Offensichtlich sah sie keine Möglichkeit mehr, das amerikanische Publikum von der Legitimität ihres Tuns zu überzeugen. Bei einer erneuten Umfrage Mitte 2013 stieg der Anteil der Zweifler sogar auf 47 Prozent an, entsprechend einer Steigerung um 30 %!

Der Kern des Problems

Wenn die NASA den unwiderlegbaren Nachweis liefern könnte, dass ihre Behauptung - die Astronauten waren auf dem Mond - den Tatsachen entsprechen würde, dann wäre das Problem vom Tisch. Leider ist dies nach den Gesetzen der Logik nicht möglich, denn die Tatsachen liegen nicht in der Gegenwart, sondern in der Vergangenheit. Und:
Es gibt aber keinen hundertprozentigen, zweifelsfreien Beweis für Tatsachen,
die in der Vergangenheit liegen.
Dass Frau Merkel wirklich existiert, dafür gibt es in der Gegenwart viele Zeitzeugen; Gleiches ist nicht der Fall für Karl den Großen. Die Dokumente  über ihn sind in der Vergangenheit entstanden und können gefälscht sein.

Ein anderes Beispiel: dass in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts am Kernforschungszentrum Karlsruhe Brüterforschung betrieben wurde, ist eine oft geäußerte Vermutung - bleibt aber Hypothese bis zum endgültigen Nachweis. Dieser kann heute nicht mehr strikt gelingen, denn die wenigen Projektberichte, die in der Folge der Vernichtung entgangen sind, können gefälscht sein. Weiterhin: das Brüterkraftwerk SNR 300 in Kalkar ist zur Zeit, wie leicht zu besichtigen, ein Rummelplatz. Und: die wenigen noch lebenden und dahinvegetierenden Brüterforscher (bis hin zum Projektleiter) könnten geneigt sein - zur Aufbesserung ihrer kargen Rente - gegen eine kleine Geldzahlung zu behaupten, dass sie im fraglichen Zeitraum nicht am Schnellen Brüter gearbeitet haben, sondern im Abwasserbereich unter Diplomingenieur (FH) Jürgen Amend. (Wobei auch noch für den Letztgenannten eine kleine Zahlung fällig werden würde).

Sic Transit Gloria Mundi.

Die Rettung:  Ockhams Rasiermesser

Wie kommt man aus diesem Dilemma heraus? Denn man kann doch nicht das gesamte Fachgebiet der Geschichtswissenschaft abschaffen, die sich ja ausschließlich mit der Vergangenheit beschäftigt. Die Lösung bringt das sogenannte "Ockham´sche Rasiermesser". Es ist benannt nach dem mittelalterlichen Philosophen und Scholastiker Wilhelm von Ockham (1288 - 1347), der sich viel mit wissenschaftlicher Methodik beschäftigte und dabei auf ähnliche Probleme der Logik stieß. Im Sinne höchstmöglicher Sparsamkeit bei der Nutzung von Hypothesen und Theorien stellte er folgendes Prinzip auf:
1. Von mehreren möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen.
2. Die metaphorische Bezeichnung "Rasiermesser" ergibt sich daraus, dass alle anderen Erklärungen eines Phänomens - wie durch ein Rasiermesser - entfernt werden sollten.

Die NASA nutzt das Ockham´sche Prinzip und argumentiert folgendermaßen:
"Millionen sahen live die Saturnrakete, als sie ins All abhob. Die Funksprüche kamen aus der Richtung des Mondes; selbst die argwöhnischen Sowjets bezeugten das. Noch heute werden Laserstrahlen durch einen auf dem Mond aufgestellten Reflektor zur Erde zurück reflektiert. Das  zurück gebrachte Mondgestein (382 kg) enthält Helium-3-Atome, die es auf der Erde nicht gibt. Alles wurde auf Compact Discs dokumentiert.
Die Schlussfolgerung ist: "Unsere Astronauten waren auf dem Mond".

Demgegenüber behaupten die Zweifler, dass etwa 100.000 der am Mondprojekt beteiligten Menschen bestochen waren und lebenslänglich zum Schweigen verurteilt worden sind. Einschließlich der russischen Beobachter! Das mit Helium-3 versehene Mondgestein wurde von "Aliens" zur Erde gebracht, etc.etc.

Kein Zweifel: Die Behauptungen der NASA sind einfacher und glaubwürdiger als die kruden Hypothesen ihrer Gegner. Die Folge nach Ockham:
Die NASA war auf dem Mond.


Der Praktiker

Manche Anhänger der Verschwörungstheorie sind besonders hartnäckig. Einer von ihnen stellte Edwin Aldrin, der am 20. Juli 1969, zusammen mit Neil Armstrong, erstmals den Mond betrat. Auf offener Straße beschimpfte dieser Unbekannte im Dezember 2002 den Astronauten als Lügner, hielt ihm eine Bibel vor die Nase und verlangte, dass Aldrin die Hand auf die Heilige Schrift lege und bei Gott beschwöre, dass er wirklich auf dem Mond gewesen sei. Der damals schon 72-jährige Astronaut ließ sich auf keine weitere Diskussion ein, sondern versetzte dem Mann einen kräftigen Kinnhaken.

Ein umwerfendes Argument für die Mondlandung!

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